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NLP

Geschichte des NLP

Die wesentlichen Prinzipien des NLP wurden erstmals von Richard Bandler (geb. 1950) und John Grinder (geb. 1939) definiert.

Beide - der eine Student der Mathematik, Informationswissenschaften und Psychologie, der andere ein junger Linguistik-Professor - arbeiteten Anfang der 70er Jahre im Umfeld der University of California, Santa Cruz (USA) zusammen.

In den frühen 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts untersuchten die jungen Wissenschaftler der University of California in Santa Cruz, John Grinder (Linguistik) und Richard Bandler (Informatik, Mathematik, Psychologie) die Arbeit der drei zu der Zeit besten und erfolgreichsten Therapeuten:

1. Fritz Perls, Begründer der Gestalttherapie.
2. Virginia Satir, systemische Familientherapeutin,
3. Milton Erickson, weltbekannter Hypnotherapeut


Bandler und Grinder befassten sich intensiv mit der Frage:
"Was ist der entscheidende Unterschied zwischen demjenigen, der nur kompetent ist, und jenem, der im gleichen Bereich überdurchschnittliche Ergebnisse erzielt?"
Genau aus diesen Gründen wählten sie diese drei Personen aus, die als ausgezeichnete Psychotherapeuten weltweit bekannt waren.

Sie entdeckten, trotz der denkbar unterschiedlichen Arbeitsweisen dieser brillianten Therapeuten, erstaunlich viele Übereinstimmungen in den Wirkprinzipien der verwendeten Methoden.

Bandler und Grinder untersuchten zunächst ihre Sprache, ihr nonverbales Verhalten und ihre mentalen Prozesse.
Dabei entdeckten sie spezifische Muster, die standardisiert und gelehrt werden konnten.
Diese wurden von den Begründern des NLP analysiert und in überschaubare Bausteine zerlegt und damit für jeden erlernbar gemacht.

1976 Entwicklung des Meta-Modells

Ein Metamodell beschreibt ein anderes Modell (deshalb Meta).
In der Linguistik und im NLP versteht man Sprache als individuelles Abbild (Modell) der Welt.
Das Metamodell der Sprache ist dann aus diesem Verständnis heraus ein Modell des Modells Sprache.

Unser Bild von der Welt entsteht mit Hilfe dreier, universeller Gestaltungsprozesse:

Generalisieren, Tilgen und Verzerren.

Menschen kommunizieren miteinander unter Einsatz von Sprache.
Sie äußern dabei Fragen, Wünsche und Befindlichkeiten.
Dabei gehen sie selbstverständlich von den eigenen Sichtweisen (eigener Erlebnishintergrund) aus.
Das, was uns unser Unbewusstes als Rohmaterial zur Verfügung stellt, kann man als Tiefenstruktur bezeichnen.
Durch die oben genannten Gestaltungsprozesse erfolgt eine geeignete Verarbeitung, die dann in der kommunizierten Sprache, der Oberflächenstruktur, ihren Ausdruck findet.

Weil der Hörende über einen anderen Erlebnishintergrund verfügt als der Sprecher, kommt es oft zu interpretatorischen Missverständnissen.
In der Regel sind sich die Gegenüber nicht bewusst, dass ein solches Problem besteht.
Erst wenn es zu Problemen kommt, bemerkt man, dass man "irgendwie aneinander vorbeigeredet" hat.
Das eigentliche Metamodell besteht aus einer Reihe von Fragen.
Mit diesen Fragen bewegt man sich von der Oberflächenstruktur in Richtung Tiefenstruktur.
Mit den Metamodellfragen werden die Generalisierungen, Tilgungen und Verzerrungen, die von der Tiefenstruktur zur Oberflächenstruktur geführt haben, Schritt für Schritt rückgängig gemacht.
Dies bringt mehr Eindeutigkeit und Klarheit in die tägliche Kommunikation und ist insbesondere für Prozesse von Bedeutung, in denen eindeutige Kommunikation wichtig ist (z.Bsp. Therapie, Verkauf, Training...).


1977 Entwicklung des Milton-Modells

Erickson betonte die Individualität jedes einzelnen Klienten/Patienten und die daraus folgende Notwendigkeit, für jeden Klienten den passenden Ansatz und Zugang zu finden.
Dieser Ansatz stand im Kontrast zu den standardisierten und autoritären Methoden, die bis in die 50er und 60er Jahre vorherrschend waren.
Anders als bei Freud ist für Erickson das Unbewußte eine unerschöpfliche Ressource zur kreativen Selbstheilung.
Das Unbewußte ist der Hort der lebenslangen Erfahrungen eines Menschen, der normalerweise kaum genutzt wird.
Ericksons Ansatz hat zum Ziel, die durch starre Schemata und Denkmuster begrenzte Fähigkeit des Bewußtseins zu erweitern, indem der Hypnotiseur durch spezielle verbale und non-verbale Techniken es dem Unbewußten erlaubt, freier zu funktionieren.
Gleichzeitig wird es dem Bewußtsein ermöglicht, die unbewußten Selbstheilungskräfte und kreativen Ressourcen zu akzeptieren und zu integrieren.
Erickson wollte auch nicht einen möglichst passiven Patienten "umprogrammieren".
Sein Ziel war es, dem Patienten im hypnotischen Trancezustand dessen Begabungen vor Augen zu führen.
Die Trance erleichterte den Zugang zu unbewußten Fähigkeiten, die sonst durch die Logik des Denkens und den Intellekt überdeckt werden.


1980 Entwicklung des Strategie-Konzepts

Etwa 1980 wird von Richard Bandler, John Grinder und Robert Dilts das Konzept der Strategien veröffentlicht.
Dies geschah als eine logische Konsequenz der vorangegangenen NLP-Arbeit.
Dieses Konzept basiert unter anderem auch auf der Arbeit von Galanter, Pribram und Miller (TOTE-Modell).
Mit diesem Modell wurde erstmals die Struktur unserer Denkprozesse entschlüsselt und für die Veränderungsarbeit nutzbar gemacht.


1982 Entwicklung des Reframing-Konzepts

Re-Framing bezeichnet den Prozess des Umdeutens, des Einnehmens einer neuen Perspektive, einer neuen Art der Wahrnehmung und einer neuen Interpretation eines Zustandes.
Damit sind jetzt Veränderungen möglich, die bisher nur in Hypnose zugänglich waren.


1984 Entwicklung des Submodalitäten-Konzeptes

Submodalität bedeutet eine qualitative Untergliederung innerhalb der fünf Sinnessysteme.

So kann beispielsweise das Temperaturempfinden in "kalt" und "warm" untergliedert werden.

Diese soll darüber bestimmen, wie intensiv eine Erfahrung in Erinnerung bleibt.
Die Kombination und Abfolge bilden die Grundbausteine des bewussten Erlebens.
Alles, was sich Menschen bewusst machen können, ist eine Mixtur von Untereigenschaften.
Innere Prozesse können als Kombinationen und Abfolge von Submodalitäten beschrieben werden.

Die Veränderung einzelner Submodalitäten führt andererseits zu einer Veränderung des Erlebens.


1988 Entwicklung der Time-Line durch Tad James

Tad James entdeckte , dass die bloße Vorstellung der Zeitachse genügt, um eine therapeutische Wirkung zu erzielen. 1988 entwickelt er die Time Line Therapy™, eine fast eigenständige Methode innerhalb des NLP, die sich bei Heilung von traumatischen Erlebnissen aus der Vergangenheit bewährte.
Mit Hilfe der Zeitlinie können unbewusste bzw. verdrängte Traumata, die jetzt Ursache für gesundheitliche oder emotionale Probleme sind, gefunden und bearbeitet werden.
Es ist bis heute unklar, ob die Ursprünge der Time Line in der Arbeit Richard Bandlers oder Tad James liegen, beide behaupten dies.
Seit den 90er Jahren ist Time Line Arbeit ein integraler Bestandteil jeder kompletten NLP-Ausbildung, zumindest auf Master-Niveau


1990 Robert Dilts entwickelt das Reimprinting

Robert Dilts entwickelt das Reimprinting und Prozesse zur Veränderung von einschränkenden Glaubenssätzen und Problemen, die aus den Beziehungsstrukturen unserer Kindheit entstanden sind.
Eine Prägung (Imprint) ist eine einschneidende Erfahrung aus der Vergangenheit, aus der der Betroffene einen Glaubenssatz oder ein Bündel von Glaubenssätzen geformt hat.
Eine solche Prägung beinhaltet meist auch eine unbewusste Rollenübernahme von anderen wichtigen Personen, die damit zu tun hatten.
Das Re-Imprinting hat den Zweck, die fehlenden Ressourcen zu finden, den Glaubenssatz zu verändern und das Rollenmodell, das dort entwickelt wurde, an die realen und aktuellen Gegebenheiten des Betroffenen anzupassen.